Fahrzeugverglasung damals und heute
Die Erhöhung der Benzinpreise nach dem Ölschock 1973 brachte schnell gravierende Veränderungen im Automobilbau und in der Karosserie, der CW-Wert wurde bei Fahrzeugen wie z.B. bei Audi Anfang der Siebziger auf 0,3 reduziert. Dadurch wurde auch die Funktion der Fahrzeugverglasung neu definiert.
Bei nichttragenden, mittragenden und früheren selbstragenden Karosserien dienten die Fahrzeugscheiben vorwiegend als Schutzelement vor Nässe, Staub und Schmutz für die Insassen.
Die Montage erfolgte durch ein Profilgummi, wodurch eine elastische Verbindung erzielt wurde. Dadurch fand eine Entkopplung von der Karosserie statt, ein Spannungsausgleich durch Relativbewegung war möglich.
Der Nachteil dieser Verglasungsart war:
Dauerhaltbarkeit und -dichtheit waren nicht gewährleistet
Einbau war nicht automatisierbar
Schlechtere Optik und Aerodynamik
Der Vorteil dieser Verglasungsart war :
Schneller Aus- und Einbau der Scheiben
Zur Erfüllung der Kriterien des sogenannten heutigen modernen Karosseriebaus kommen fast ausschließlich nur geklebte Scheiben zum Einsatz. In den USA ist die Scheibenklebetechnik seit 1956 bekannt. In Europa wurde sie erstmalig 1977 in Serie bei einem Audi 100 eingesetzt. Wie viele Teile am Automobilbau hat auch die Fahrzeugverglasung eine Erweiterung Ihrer Funktion erfahren. Neben ihren wie oben bereits genannten ursprünglichen Aufgaben, tragen verklebte Scheiben bei modernen Fahrzeugen erheblich zur Torosionssteifigkeit bei. Dies bedeutet, dass sich die Fahrgastzelle bei gleicher Belastung deutlich weniger verwindet als mit nichtverklebten Scheiben.

Bild : Audi 100 GL 5E - 5 Zylinder - 2,2 Liter - 136 PS - 190 km/h
Vorteile der Verklebungstechnik:
Nachteil der Verklebungstechnik :